Das MS Schwan umweht eine bewegte Geschichte

MS Harder

EINST & JETZT

Das Schiff hat schon so man­ches Gewässer unter der Schale gehabt und steht seit 2001 dank den Bemü­hungen des Orion-Clubs auf dem roman­ti­schen Zugersee im Ein­satz. Von Ham­burg kom­mend fuhr das Schiff ab 1923 als MS Mor­garten auf dem Äge­risee; später unter glei­chem Namen auf dem Thu­nersee und schliess­lich bis 2000 als MS Harder auf dem Bri­en­zersee …

Seit dem 01. März 2013 orga­ni­siert die Schiffs-Agentur Schweiz GmbH den Betrieb und den Unter­halt des Motor­schiffes Schwan. Der Verein MS Schwan, unter der Prä­si­dent­schaft von Jost Windlin, finan­zierte den Umbau und sorgt bis heute dafür, dass das über 100-jäh­rige Bijou auf dem Zugersee lang­fristig erhalten bleibt.

BEWEGENDE GESCHICHTEN

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  • MS Schwan erhält Bordwein

    MS Schwan erhält Bordwein

    Edler Zuger Wein vom Guggi-Reb­­berg erhält auf MS Schwan die letzte Rei­fung: «Das sanfte Schau­keln des 100-jäh­­rigen Schiffes Schwan im Hafen Sieh­bach in Zug wird dem Stadt­zuger Wein zur Voll­endung führen», sagt Thomas Heiner, der Kel­ler­meister vom Verein Wein­biss. Und der Prä­si­dent des Ver­eins MS Schwan Jost Windlin dop­pelt nach: «Auch auf Fahrten werden die zwei Fäss­chen mit­ge­nommen.» Zur Beschleu­ni­gung der Rei­fung werden heute zwei Eichen­fässer auf dem MS Schwan gela­gert. Ab Herbst 2019 kann dieser sodann auf der «Schwan» genossen oder bei Thomas Heiner im Zur­lau­benhof gekauft werden.

  • 100 Freifahrten zum 100. Geburtstag

    100 Freifahrten zum 100. Geburtstag

    Der Sup­por­ter­verein MS Schwan begeht in diesem Jahr den hun­dertsten Geburtstag seines his­to­ri­schen Motor­schiffs. Am Tag der Schweizer Schiff­fahrt ver­schenkt er darum 100 Frei­fahrten. Mit der nun offi­zi­ellen Hun­dert­jahr­feier will der Verein einen wei­teren Schritt zum lang­fris­tigen Erhalt des Schiffs tun. So sollen zu den momentan 130 Mit­glie­dern des Ver­eins 25 neue dazu­kommen, sagt Windlin. «Dank diesem Zuwachs kommen wir auf jähr­liche Ver­eins­ein­nahmen von rund 30000 Franken, womit wir den Unter­halt und die von Zeit zu Zeit not­wen­digen Erneue­rungen finan­zieren können.»

  • Sturmerprobt

    Sturmerprobt

    Ein ein­drück­li­ches Erlebnis für die Mit­glieder des Ver­eins MS Schwan vom 26. Juni 2017. Sie konnten sich, wäh­rend einer «Som­mer­abend­fahrt» per­sön­lich von der «Hoch­see­taug­lich­keit» ihres Schwanes über­zeugen. Das Schiff und sein Kapitän haben die Sturm­prü­fung mit Bra­vour bestanden.

     

     

  • Reparatur geglückt

    Reparatur geglückt

    Am 21. April konnten, ter­min­ge­recht für die neue Saison, alle not­wen­digen Arbeiten am Heck been­digt werden. Die Test­fahrt fand bei strah­lendem Wetter statt und die Steue­rung funk­tio­niert zu vollster Zufrie­den­heit. Aus­ge­rüstet mit den neu­esten Schwimm­westen und dem vor­ge­schrie­benen 16-Kanal-Fun­k­­gerät ist das Schiff bereit für mög­lichst viele, inter­es­sierte, mit­fah­rende Gäste.

  • Faule Konstruktion

    Faule Konstruktion

    Am 13. (!) März ist auf einer Instruk­ti­ons­fahrt die Umlenk­rolle der Steue­rung für das Ruder auf der Steu­er­bord­seite aus der Ver­an­ke­rung gerissen worden. Das Schiff konnte vor­sichtig noch in den Hei­mat­hafen zurück kehren, doch an einen wei­teren Betrieb war nicht zu denken.

     

    Die Ana­lyse zeigte, dass sämt­liche Steue­rungs­teile im Heck bloss auf das Holz­deck geschraubt wurden. Die Schrauben haben in den Jahr­zehnten Wasser ange­zogen und das Holz ist kon­ti­nu­ier­lich ver­fault. Damit müssen wir nicht nur die Steue­rung fli­cken, son­dern gleich das ganze Deck im Heck­be­reich erneuern.

     

     

    In den kom­menden Wochen, bis zum Sai­son­be­ginn werden fol­gende Arbeiten aus­ge­führt:

    • Scha­len­re­vi­sion innen im Heck.
    • Rost­be­hand­lung der Träger.
    • Ein­schweissen von drei Platten, damit dann die Umlenk­rollen und die Steue­rung auf das Metall geschraubt werden können (und nicht mehr ins Holz­deck).
    • Ver­legen eines neuen, 4 cm dicken Holz­decks (Dou­gla­sien wie Innen­raum).

    Die Kosten betrugen ca. 16’000 Franken.

     

  • MS Schwan wird wintertauglich

    MS Schwan wird wintertauglich

    Erst­mals wird MS Schwan in diesem Jahr auch im Winter auf dem Zugersee unter­wegs sein. Mög­lich macht das die neu ein­ge­baute Hei­zung, die für woh­lige Wärme sorgt, wenn draussen die Schnee­flo­cken vom Himmel fallen. Die Bilder zeigen das Hei­zungs­modul und die zen­tralen Orte der elek­tri­schen und mecha­ni­schen Instal­la­tion.

     

    Vor­be­rei­tungs­ar­beiten im Schiffs­rumpf

     

    Der Einbau erfor­dert umfang­reiche Ver­drah­tungen im Steu­er­ta­bleau

     

  • Die Wasserung

    Die Wasserung

    Nach 266 Tagen kehrte MS Schwan am 1. Mai 2014 wieder auf den Zugersee zurück. Das Schiff wurde in der Zwi­schen­zeit für rund 480’000 Franken reno­viert. Am 10. Mai wurde es im Rahmen einer kleinen Feier der Öffent­lich­keit über­geben.

     

     

     

     

  • Der Wiederaufbau

    Der Wiederaufbau

    Der Haupt­deck­aufbau wurde seit 1929 mehr­fach umge­baut und den wech­selnden Bedürf­nissen ange­passt. Es ist bereits der 5. Deck­aufbau in der Geschichte des Schiffes. Des­halb haben sich die Inha­berin, die Betrei­berin und der Verein ent­schlossen, den Haupt­­deck-Salon nach den heu­tigen Kun­den­be­dürf­nissen zu gestalten: mit einem hellen, trans­pa­renten Inté­rieur mit guter Sicht auf den See und die Land­schaft.

     

    Fach­ar­beiter der Schrei­nerei Speck besorgen den Innen­ausbau.

     

    • Das Schiff wird mit den neusten nau­ti­schen Instru­menten aus­ge­rüstet und bekommt neu im Ein­stiegs­be­reich eine Bar, die mul­ti­funk­tional auch die Infra­struktur (wie Kühl­schrank) eines Buf­fets lie­fert.
    • Das Schiff ist neu behin­der­ten­ge­recht, wobei bis zu 12 Roll­stühle Platz an Bord finden (Unter­stüt­zung durch die Stif­tung Cere­bral).
    • Der untere Abschluss der Fens­ter­front ori­en­tiert sich am Bau­zu­stand von 1949 bis 1977.
    • Stühle und Tische sind mobil; die Anord­nung kann so nach den Kun­den­wün­schen gestaltet werden.
    • Das Ele­ment „Chriesi-Holz“ kommt als Gestal­tungs­ele­ment ins Schiff, eine Homage an das iden­ti­täts­stif­tende Motto des Kan­tons Zug.

     

  • Verheerender Sturm versenkt das Schiff

    Verheerender Sturm versenkt das Schiff

     

    Am 6. August 2013 sinkt das Schiff bei einem gewal­tigen Sturm im Hafen von Zug. Nach dem Unglück zeigt nach der Ber­gung eine Ana­lyse des Schiffs­bau­in­ge­nieurs Jonas Panacek (Yacht-Design Zürich), dass fol­gende Ele­mente ent­weder in Takt geblieben oder mit ver­hält­nis­mässig kleinem Auf­wand in Stand gestellt werden konnten: Schale, Ruder­an­lage, Pro­peller, Haupt­motor, Gene­rator, Kajüte.

     

     

    Zer­stört wurden die gesamte elek­tri­sche Anlage, der Steu­er­stand, sämt­li­ches Mobi­liar und der Haupt­deck­salon. Der Verein MS Schwan finan­ziert mit Unter­stüt­zung des Lot­te­rie­fonds des Kan­tons Zug die umfang­rei­chen Reno­va­ti­ons­ar­beiten im Umfang von 0,5 Mil­lionen Franken.

     

    Die total zer­störte Kajüte.

     

    24 Stunden nach dem Unter­gang kann der Schwan geborgen werden.

     

     

  • Schiffs-Agentur wird neuer Betreiber

    Schiffs-Agentur wird neuer Betreiber

    Ein neues Finan­zie­rungs­mo­dell der Zugersee-Schif­f­­fahrt SGZ führt dazu, dass der Betrieb des Schiffes Schwan am 01. März 2013 der schiffs​-agentur​.ch GmbH über­tragen wird. Die Eigen­tü­merin bleibt die SGZ. Der Verein MS Schwan unter Jost Windlin finan­ziert den Umbau und sorgt dafür, dass die bald 100-jäh­­rige Perle auf dem Zugersee lang­fristig erhalten bleibt. Das Schiff bekommt einen Gene­rator zur Strom­erzeu­gung und eine Heck­wand.

  • Zurück im Kanton Zug

    Zurück im Kanton Zug

    Im Jahr 2001 wird die «Harder» aus­ran­giert und steht zum Ver­kauf. Dank guten Bezie­hungen des ehe­ma­ligen Unter­neh­mens­lei­ters der Zug­er­­land-Ver­­­kehrs­­be­­triebe, Hugo Berch­told zur BLS findet das Schiff seinen Weg zurück in den Kanton Zug. In Erin­ne­rung an die alte Zugersee-«Schwan» wird die «Harder» erneut umge­tauft und für den Zugersee durch die Unter­stüt­zung des Orion-Clubs unter Robert Bisig fahrbar gemacht (Inbe­trieb­nahme am 24.06.2001).

  • Im Schwimm-Becken der BEA-Ausstellung in Bern

    Aus Anlass 150 Jahre Schiff­fahrt auf dem Bri­en­zersee gelangt die «Harder» mit einem Schwer­trans­port von Inter­laken nach Bern. Die BLS setzt das Schiff zwi­schen dem 21. April bis zum 1. Mai 1989 als Restau­rant­schiff an der Berner Aus­stel­lung für Gewerbe, Land­wirt­schaft und Indus­trie ein.

  • Ein Coiffeurmeister fährt die «Harder» ab Brienz

    Ein Coiffeurmeister fährt die «Harder» ab Brienz

    1977 erhält das Schiff einen neuen Aufbau im Design der übrigen Bodan­schiffe mit geschwun­genem Heck­ab­schluss. Das schmucke Schiff steht im Sommer bei der Boots­ver­mie­tung in Brienz und bietet am Nach­mittag eine stün­dige Rund­fahrt an. Wäh­rend dieser Fahrten ist der Coif­feur­salon des Harder-Kapi­­täns geschlossen.

  • Nächste Station Brienzersee

    Nächste Station Brienzersee

    Im November 1949 dis­lo­ziert die BLS das Schiff auf den Bri­en­zersee, um das MS Iselt­wald zu ent­lasten. Das Schiff heisst nun «Harder».

  • Die BLS kauft das Schiff für den Thunersee

    Die BLS kauft das Schiff für den Thunersee

    Das Schiff ist auf dem Äge­risee eine Nummer zu gross. Nach vier Jahren wird die „Schiffs­ge­sell­schaft Äge­risee“ auf­ge­löst, nachdem die Gesell­schaft regel­mässig mit einem Defizit abschliesst. Die Betrei­berin der Thu­­nersee-Schif­f­­fahrt, die Bern-Lötsch­­berg-Sim­­plon-Bahn BLS, kauft die «Mor­garten», ver­län­gert sie um 2,80 m und setzt diese ab 1. August 1929 im unteren See­teil bei Thun für Lokal­kurse ein.

  • Der Ägerisee bekommt einen Ozeandampfer

    Der Ägerisee bekommt einen Ozeandampfer

    Eine Dele­ga­tion des Kur­ver­eins Oberä­geri reist 1922 nach Ham­burg und kauft beim Schiffs­makler Deurer & Kauf­mann ein typi­sches Ham­burger Bar­kas­sen­boot, wie es zu jener Zeit viel­fach im Ein­satz steht. Das Schiff fährt eigen­ständig bis Basel und gelangt dann mit einem urtüm­liche Stras­sen­trans­port ins Äger­ital, wo es am 25. Mai 1923 gewas­sert wird.

     

  • Die Hamburger Hafenbarkasse

    Die Hamburger Hafenbarkasse

    Der in Ham­­burg-Wil­helm­s­­burg ansäs­sige Fami­li­en­be­trieb C. Bre­u­ning & Söhne, der zwi­schen 1892 und 1922 min­des­tens 10 Bar­kassen und Zoll­boote fer­tigte, legte im Jahre 1911 eine 14 Meter lange, 3 Meter Breite und rund 12 Tonnen schwere Bar­kasse auf Kiel. Sie erhält den Namen «Elise» und wird an die Bavaria Brauerei Ham­burg abge­lie­fert.

     

    1922 fusio­niert die Bavaria Brauerei mit der zweiten Ham­burger Gross­brauerei namens Actien Brauerei. Im Zuge dieses Zusam­men­schlusses wurden diverse Geschäfts­be­reiche neu orga­nisiert und auch Fahr­zeuge ver­kauft. Gleich­zeitig lie­ferte für den Kur­verein Oberä­geri der bekannte Schiffs­makler Deurer & Kauf­mann aus Ham­burg ein preis­wertes Occa­sionsfahrzeug. Die Tech­ni­schen Da­ten des gelie­ferten Schiffes vom 20. Mai 1922 nennen eine Länge von 14,4 Meter …

     

    Die Quellen sind nicht voll­um­fäng­lich gesi­chert, da Archive und Unter­lagen im Krieg zer­stört wurden.

Lust auf Mitfahren?

Wir freuen uns auf Ver­eins­mit­glieder, denen es eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit ist, ein kul­tur­his­to­ri­sches Gut für die nächste Genera­tion und ein Stück altes Zug zu wahren.

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